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Idiopathische Hypersomnie (Tagesmüdigkeit)
Idiopathische Hypersomnie (IH) ist eine seltene neurologische Schlafstörung. Sie ist durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit trotz ausreichendem Nachtschlaf gekennzeichnet. Die Betroffenen schlafen oft sehr lange – teils über zehn Stunden – und haben Schwierigkeiten beim Aufwachen, begleitet von starker Trägheit oder „Schlaftrunkenheit“. Auch längere Nickerchen tagsüber bringen meist keine Erholung.
Die Erkrankung beginnt meist im jugendlichen oder jungen Erwachsenenalter. Sie ist zu unterscheiden von der Narkolepsie, denn sie geht nie mit Kataplexie, einem plötzlichen Verlust der Muskelspannung, einher. Die genaue Ursache der idiopathischen Hypersomnie ist unbekannt. Es besteht kein Zusammenhang mit genetischen Markern oder dem Orexin-System. Die Erkrankung ist sehr selten, wobei Frauen häufiger betroffen sind.
Die Diagnose wird mithilfe einer Polysomnographie und eines multiplen Schlaflatenztests gestellt. Ergänzt wird sie durch den Ausschluss anderer Ursachen wie Schlafmangel, Depression oder andere Schlafstörungen.
Die Erkrankung kann starke Einschränkungen im Alltag verursachen, der Verlauf ist jedoch individuell unterschiedlich und kann auch stabil oder rückläufig sein. Zurzeit ist kein Medikament spezifisch für IH zugelassen. Zur Behandlung werden – neben nicht-medikamentösen Maßnahmen wie Optimierung der Schlafhygiene – meist Stimulanzien wie Modafinil oder Pitolisant eingesetzt.
Um weitere Therapien zu finden, werden regelmäßig klinische Studien durchgeführt.